Für den Alpinathlon Engadin St. Moritz vom 21. Juli haben sich mehrere Firmenteams aus dem Gesundheitsbereich, unter ihnen eines vom Universitäts-Kinderspital beider Basel, angemeldet. Ein Zufall?
Von Anita Fuchs
Jetzt locken sie wieder Hunderte, ja Tausende von sportbegeisterten Berufsleuten an. Gemeint sind Veranstaltungen, die explizit für Unternehmen ausgeschrieben sind. So zum Beispiel der Schweizer Firmenlauf mit St. Gallen, Genf, Bern, Zürich und Basel als Austragungsorten (25. bis 29. Juni) oder der Schweizer Firmentriathlon in Zürich (14. Juli). „Es geht nicht um sportliche Höchstleistungen, sondern viel mehr um das gemeinsame Erlebnis eines Firmenteams, die betriebliche Gesundheitsförderung, die Stärkung des Teamgefühls sowie die Steigerung der Mitarbeitermotivation“, bringen es Markus Berger und Hanno Maier von der Firmenlauf GmbH auf den Punkt.
Gesundheitsförderung und -bewusstsein
Ihre Idee setzen in dieser Woche rund 7500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von mehr als 300 Firmen, Organisationen und der Verwaltung um. Sie alle laufen oder walken eine Strecke von ungefähr sechs Kilometern. Beim Firmentriathlon absolviert jedes der erwarteten 1650 Teammitglieder eine der drei Teildistanzen (750 Meter Schwimmen/25 Kilometer Radfahren/7 Kilometer Laufen). Wesentlich grösser sind die Anforderungen beim Alpinathlon Engadin St. Moritz, bei dem es die Verantwortlichen begrüssen würden, vermehrt Firmenteams willkommen zu heissen.
Ihnen stehen am 21. Juli drei Kategorien zur Auswahl: Couple und Fünfer- (Totaldistanz von 127,5 Kilometern) sowie Dreierteam (79,4). Beim Grossteil heisst die Devise „Mitmachen kommt vor dem Rang“. So auch beim Team UKBB-Kidsfirst. UKBB ist die Abkürzung von Universitäts-Kinderspital beider Basel, „den Zusatz Kidsfirst wählten wir, weil bei unserer beruflichen Tätigkeit das Kind an erster Stelle steht“, so Thomas Erb. Als Chefarzt (Anästhesie/Tagesklinik) liegt ihm und den anderen vier Teamangehörigen, die mehrheitlich ebenfalls in leitenden Funktionen tätig sind, die Gesundheitsförderung am Herzen. Aber nicht nur das: Sie selber verfügen über ein grosses Gesundheitsbewusstsein.
Konzentrationsgewinn und Produktivitätssteigerung
Sporadisch schnüren Erb und seine Arbeitskollegen (nicht nur die Alpinathlon-Starter) gemeinsam die Laufschuhe. „Morgenlaufen“ nennen sie diese Einheit. Ihnen ist bewusst, dass Betriebssport – auch „betriebliches Gesundheitsmanagement“ genannt – aus der heutigen Geschäftswelt nicht mehr wegzudenken ist und er zunehmend einen wichtigen Bestandteil der Unternehmenskultur bildet. So erstaunt nicht, dass ihn viele nationale Firmen und internationale Konzerne fördern und unterstützen – sei es ideell oder finanziell. Dies mit der Imagestärkung und der gelebten Corporate Identity als positiven Nebeneffekten.
Beim Einzelnen stärkt Betriebssport die Motivation und führt zu einem Konzentrationsgewinn, was wiederum zu einer Erhöhung der Produktivität und somit zu einer Leistungssteigerung führt. Erb und weitere Mediziner wissen dies nur allzu gut. Und gehen mit gutem Beispiel voran. Der eindrückliche Beweis: deren Beteiligung am vierten Alpinathlon. Neben UKBB-Kidsfirst sind drei Equipen vom Spital Oberengadin gemeldet. Dabei kommt es möglicherweise zum einen oder anderen Wiedersehen. Denn, wie Erb verrät, arbeiteten er und „seine“ Teamkollegen allesamt einmal in Graubünden. „Deshalb“, sagt er, „haben wir eine gewisse Affinität zu dieser Gegend.“
Empfang durch Teamkollegen
Hierher kehren sie nach eigenen Aussagen immer wieder gerne zurück. Die meisten verbringen die Alpinathlon-Teilnahme mit einem Ferienaufenthalt, Erb startet am 28. Juli zum wiederholten Male zusätzlich am Swissalpine. Ihm ist am Alpinathlon der abschliessende Laufabschnitt auf den Corvatsch vorenthalten, wo ihn seine Teamkollegen empfangen werden. „Darauf“, sagt Erb, „freue ich mich ganz speziell. Die Zielankunft wird der Höhepunkt unseres Gemeinschaftserlebnisses sein.“ Zwar seien sie sich ihrer Limiten bewusst – mit einem Durchschnittsalter von knapp 45 Jahren zählen sie kollektiv gesehen wohl zum ältesten Viertel im Teilnehmerfeld –, über eine gesunde Portion Ehrgeiz verfügten sie gleichwohl. So wird jeder UKBB-Kidsfirst-Angehörige vorgängig das eigene Teilstück besichtigen. Der Alpinathlon ist, in den Worten von Erb ausdgedrückt, eben kein Birnbrot-Anlass.
Weitere Informationen zum Alpinathlon unter www.alpinathlon.ch

